Andrea Köbke: »Der Gebärenden und dem Geburtsprozess wird nicht vollumfänglich getraut.« Foto:© DHV
Eher ein abwartendes Verhalten mit Evidenz zu untermauern, scheint für die erfolgreiche Implementierung einer Leitlinie von Nachteil zu sein. Dann werde sogar gerne auf eine Leitlinie mit geringerem Evidenzlevel zurückgegriffen, wenn in ihr vorgezogen wird, mehr zu intervenieren. Ein kritischer Blick.
Die Leitlinie »Vaginale Geburt am Termin« begleitet ein besonderes Phänomen: Seit ihrer Veröffentlichung hat sie damit zu kämpfen, dass sich sogar Menschen, die an ihrer Entstehung mitgearbeitet haben, von ihr distanzieren. Man kann fast sagen, dass sie von einigen ihrer vielen »Eltern« verstoßen oder zumindest stark infrage gestellt wird. Abgesehen davon, wird sie als nicht umsetzbar und unsicher bezeichnet.
S3 ist das höchste Evidenzniveau. Trotzdem kenne ich keine andere Leitlinie, deren Richtigkeit, Existenzberechtigung und Evidenz so sehr angezweifelt wird wie bei dieser. Sie wird als Hebammenleitlinie bezeichnet – und das ist nicht als Kompliment, sondern diffamierend gemeint. Sie wird als
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